Facebook
Frauen Filmtage Tübingen Startseite
Facebook
Frauen Filmtage Tübingen Startseite

Filmprogramm


Mittwoch, 25.2.2026 ERÖFFNUNG


Girls Don’t Cry

Von Sigrid Klausmann, Lina Luzyte (Co-Regie)
Deutschland, 2025, 91 Min., Dokumentarfilm, OmU

Aus sechs Kulturen rund um den Globus stammen Nina, Sheelan, Paige, Sinai, Selenna und Nancy. Von Chile bis Südkorea, von Serbien bis Tansania, von Großbritannien bis Deutschland kämpfen die Teenagerinnen gegen gesellschaftliche Diskriminierung, das Trauma roher Gewalt und für ihre Eigenständigkeit. Nancy floh in Tansania vor der drohenden Genitalverstümmelung in ein Schutzhaus; Selenna wurde in Santiago de Chile im Körper eines Jungen geboren, fühlt sich aber seit sie denken kann als Mädchen. Paige bringt in Großbritannien ihren einjährigen Sohn ins Bett; Nina erwacht in ihrer Roma-Community in Serbien zu fünft in einem kleinen Zimmer, nachdem sie aus Deutschland in die inzwischen fremde Heimat abgeschoben wurde.

Sinai fragt sich in Südkorea als Olympia-Wettkampf-Sportlerin im Skateboarden nach dem Sinn oder Irrsinn der angesagten Schönheitsoperationen; und die junge Jesidin Sheelan floh vor dem Genozid im Nordirak und wartet in Tübingen darauf, dass ihre große Schwester aus der Gefangenschaft von ISIS frei und zu ihr kommt. Sie alle verbindet eine unglaubliche Widerstandskraft, Resilienz und inspirierender Mut. Eine eindrückliche Botschaft des Empowerment.

5 internationale Filmpreise, FBW Prädikat „Besonders wertvoll“

20:00 Uhr l Kino Museum

Regisseurin Sigrid Klausmann und Produzent Walter Sittler anwesend

Trailer


Donnerstag, 26.2.2026


Manas

Von Marianna Brennand
Brasilien / Portugal, 2024, 106 Min., Spielfilm, OmeU

Die 13-jährige Tielle lebt mit Mutter, Vater und drei kleineren Geschwistern auf der Insel Marajó inmitten eines Flusses im Norden des brasilianischen Amazonas-Urwaldes. Noch scheint ihr Leben sorglos, sie kann nach der Schule mit den Geschwistern im Gehölz des Flusses spielen, oder ihre Freundinnen zu Hause besuchen. Doch in der kleinen Gemeinde gelten starre alttestamentarische Traditionen: Männer gehen jagen, Frauen gebären Kinder und üben sich im Schweigen, und über allem wacht der Glaube an Gott. Aber hinter der angeblichen Idylle zeigen sich Risse. Warum sind bestimmte Seiten in den Biologiebüchern der Schule zugetackert? Weshalb erscheint eine Mitschülerin plötzlich schwanger im Unterricht? Und woher stammt das Geld, das ihre beste Freundin auf einmal besitzt?

Als Tielles Vater sie eines Tages mit auf die Jagd nimmt, endet ihre Kindheit abrupt. Von nun an ist ihr Ziel: die Flucht von der Insel. Ein Frachtschiff vor der Küste scheint der Weg in die Freiheit zu sein – doch dieser Traum fordert einen hohen Preis. Tielle erlebt das Patriarchat in all seiner Brutalität – und stellt sich ihm entschlossen entgegen, nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre jüngere Schwester.

12 Internationale Filmpreise

18 Uhr l Kino Museum

Trailer


Nawi – Dear Future Me

Tobias Schmutzler, Kevin Schmutzler, Apuu Mourine Munyes, Vallentine Chelluget,
Kenia / Deutschland, 2024, 99 Min., Spielfilm, OmU

In einem kleinen Dorf in Kenia träumt die 13-jährige Nawi von einem selbstbestimmten Leben als Lehrerin oder Ärztin, denn im realen Leben wird nur über sie bestimmt. Ihre Lehrerin ermutigt sie, nach Nairobi zum Studieren zu gehen, seit sie als Beste der Region die Schule abschloss. Doch ihr Vater verkauft sie für acht Kamele, sechzig Schafe und hundert Ziegen in die Ehe. In ihrer Hochzeitsnacht nimmt sich Nawi ein Herz und flieht in Richtung Süden, wo das College liegt, das sie ins Auge gefasst hat. Auf einer Insel verdient sie bei Fischern Geld für die Überfahrt über den großen See und bringt solange kreativ anderen Jugendlichen in deren verlassener Schule Lesen, Schreiben und Rechnen bei. Sie könnte bald nach Süden weiterziehen.

Doch dann erfährt sie, dass ihre neugeborene Schwester nun an ihrer Stelle verheiratet werden soll. Entschlossen, dies zu verhindern, entwirft Nawi einen Plan, eine Strategie, um all die Männer zu konfrontieren, die sie und alle Mädchen als Tauschware behandeln. Sie wird das Schicksal ihrer Schwester und vieler anderer Mädchen verändern. Eine wahre Geschichte, aufgeschrieben von kenianischen Mädchen in Schreibwerkstätten der FilmemacherInnen.

24 Internationale Filmpreise, Oscar-Nominierung für Kenia 2025

20:30 Uhr l Kino Museum

Regisseur Kevin Schmutzler anwesend

Trailer


Freitag, 27.2.2026


Primadonna

Von Marta Savina
Italien 2023, 102 Minuten, Spielfilm, OmU

Sizilien in den 60er Jahren. Lia ist 21 Jahre alt, schön, eigenwillig und zurückhaltend, aber auch selbstbewusst. Sie arbeitet lieber mit ihrem Vater auf dem Feld, als der Mutter im Haushalt zu helfen. Lorenzo, der Sohn des mafiösen Großunternehmers im Dorf, ist von ihr fasziniert. Nach einem anfänglichen Flirt wagt sie jedoch, ihn zurückzuweisen. Da wendet er brutale Gewalt an. Nach der Tradition müsste sie ihn nun heiraten, denn eine „Wiedergutmachungsehe“ würde „ihre Ehre retten“. Doch Lia tut, was niemand erwartet hätte: Sie zeigt Lorenzo als Vergewaltiger an und zieht in einen persönlichen und juristischen Kampf um ihre Selbstbestimmung.

Eine mutige junge Frau und eine wahre Begebenheit, die in Italien seinerzeit riesiges Aufsehen erregte. Franca Viola wurde international bekannt, weil sie sich 1966 als eine der ersten Frauen in Italien öffentlich weigerte, nach einer Vergewaltigung ihren Peiniger zu heiraten, nur um ihre „Ehre“ nicht zu verlieren. Und ein packender Film, der mit Lias Kampf gegen patriarchale Gewalt und Moralvorstellungen auch eine Geschichte der Gegenwart erzählt, angesichts vieler Gesellschaften auf der Welt, die diese Tradition weiterhin praktizieren.

2 Internationale Filmpreise, darunter Publikumspreis Cinema Italia.

18 Uhr l Kino Museum

Trailer


The Last Ambassador

Von Natalie Halla
Afghanistan / Österreich, 2025, 80 Min., Dokumentarfilm, Dari, OmeU

Eine bizarre Situation: Die afghanische Botschafterin in Wien, Manizha Bakhtari, vertritt seit der Machtübernahme der Taliban ein Land, dessen alte Regierung geflohen und dessen neue Taliban-Regierung international nicht anerkannt ist. Trotz finanzieller und logistischer Isolation widersteht Manizha Bakhtari den Taliban und kämpft für die Rechte afghanischer Frauen und Mädchen. Von der österreichischen Regierung und der UNO als legitime Repräsentantin ihres Landes anerkannt, denunziert Manizha auf Konferenzen internationaler Organisationen und UNO-Kommissionen die extreme Diskriminierung und Gewalt gegen afghanische Mädchen und Frauen. Gleichzeitig organisiert sie im Ausland den politischen Widerstand gegen die Taliban.

Als Aktivistin für Frauenrechte bietet sie mit Gleichgesinnten parallel über ihr „Daughters“-Programm ein wenig Hoffnung für afghanischen Schülerinnen, die nicht mehr zur Schule gehen dürfen: mit Online-Kursen – im Geheimen. Unter immer schwierigeren Bedingungen wird sie zu einer der wichtigsten internationalen Sprecherinnen für die Frauen Afghanistans, getreu ihrem Motto: „Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern die Anwesenheit von Gerechtigkeit.“

3 Internationale Filmpreise, Publikumsliebling bei Hot Docs Festival in Toronto

20:30 Uhr l Kino Museum

Botschafterin Manizha Bakhtari anwesend

Trailer


Samstag 28.2.2026


9-Month Contract

von Ketevan Vashagashvili
Georgien / Bulgarien / Deutschland, 2025, 80 Min., Dokumentarfilm, OmeU

Zhana hat sich aus der Obdachlosigkeit befreit, in der sie ihrer kleinen Tochter trotz aller Not ein Leben mit magischen und freudigen Momenten zu ermöglichen versuchte. Dennoch lebt sie nun, mit einem Dach über dem Kopf, trotz zweier Jobs mit ihrer Teenager-Tochter Elene in Tbilisi in Armut. Um Elene, mit der sie weiterhin symbiotisch verbunden ist, eine gute Bildung und damit ein besseres Leben zu ermöglichen, bietet sie sich zusätzlich als Leihmutter an.
Dabei ist sie den Risiken des unregulierten georgischen Marktes schutzlos ausgeliefert: zwielichtigen Agenturen, die Frauen ausbeuten und um ihr Geld bringen, unzuverlässigen Wunscheltern, die sie bedrohen oder im Stich lassen und auch dem gesellschaftliche Stigma, das sie als „Kinderverkäuferin“ diffamiert und ihr enges Verhältnis zu Elene belastet. Wie offen kann sie mit ihrer Tochter über ihren „Nebenjob“ sprechen, und wie wird die heranreifende Elene damit umgehen, auch mit den dramatischen Folgen, welche die wiederholte – nun schon die vierte – Leihmutterschaft für Zhanas Gesundheit und ihr gemeinsames Leben hat?

3 Internationale Filmpreise

18:00 Uhr l d.a.i.

Expertin anwesend

Trailer


Patrice: The Movie

Von Ted Passon
USA 2024, 102 min., Dokufiktion, OmeU

Die unglaublich temperamentvolle, phantasiereiche, kreative Patrice Jetter hat endlich die Liebe ihres Lebens gefunden: Garry Wickham. Ihrer beider sehnlichster Wunsch ist es, zu heiraten. Sie planen schon die Verlobungsfeier. Aber wenn sie – beide mit Behinderungen – dies tun oder sogar einfach, wenn sie zusammenziehen, wird der Staat ihnen alle Leistungen inklusive Krankenversicherung aberkennen, die sie bitter nötig haben; so besagt das Gesetz. Als auch noch ihr rollstuhlgerechter Van kaputt geht, mit dem sie Garry transportiert, ist Patrice gezwungen, Wege zu suchen, um für ein neues Auto zu sparen. Doch wie kann sie das, wenn sie als Bedingung für ihre Erwerbsminderungsrente nicht mehr als 2.000 Dollar auf ihrem Bankkonto haben darf? Sie lässt sich jedoch nicht entmutigen und packt den Stier bei den Hörnern....

Patrice fungiert als Autorin, Theaterleiterin und Schauspielerin in ihren phantastischen Neuinszenierungen ihrer beider Leben. Eine herzerfrischende, lebensbejahende Dokufiktion, die romantische und sozialkritische Elemente angesichts der Barrieren in unserer Gesellschaft in einer bewegenden und erheiternden Tragikomödie vereint, und aufzeigt, wie diese aufzubrechen sind.

16 Internationale Filmpreise, u.a. Primetime Emmy

20:30 Uhr l d.a.i.

In Kooperation mit

Trailer


Sonntag 1.3.2026


The LoVe of my Life, ME

Von Akhila Daniela Kotowski,
Deutschland 2024, 104 Min., Doku-Fiktion, DF

Wie kann es sein, dass eine intelligente, selbstbewusste, eigenständige Frau eine Beziehung mit einem narzisstischen Partner eingeht? Weshalb toleriert sie so lange sein grenzüberschreitendes Verhalten? Und warum gestaltet sich eine Trennung von einem narzisstischen Partner derart herausfordernd? Die auf wahren Begebenheiten basierende und z. T. autobiographische Doku-Fiktion taucht tief ein in die Dynamik des Narzissmus. Der Spielfilmteil erzählt die Geschichte von Zoé, die sich in Frank verliebt. Was wie ein Sommermärchen beginnt, entwickelt sich im Laufe ihrer Beziehung zu einem Alptraum: Hinter Franks attraktiver Fassade verbirgt sich ein pathologischer Narzisst.

Seine immer intensiveren psychischen Manipulationen und physischen Übergriffe gipfeln in dramatischer Gewalt, mit gerichtlichem Nachspiel. Zoé erkennt, dass sie sich aus dieser toxischen Beziehung befreien muss. Animationen und Statements von ExpertInnen und Betroffenen bieten ein Gegengewicht zum Spielfilmteil, eine willkommene Auszeit aus der schwer zu ertragenden Widersinnigkeit der narzisstischen Beziehung, beleuchten Hintergründe und Zusammenhänge; sie zeigen zugleich, wie ein Ausstieg gelingen kann.

15:30 Uhr l d.a.i.

Regisseurin und ProtagonistInnen anwesend

Trailer


Grand Me

Von Atiye Zare Arandi
Iran, Belgien, Qatar, 2024, 81 Min., Dokumentarfilm, OmeU

Melina lebt mit 8 Jahren bei ihren liebevollen Großeltern in der iranischen Stadt Isfahan, nachdem keiner der geschiedenen Eltern in der Lage ist, sich um sie zu kümmern. Melina möchte gerne bei ihrer Mutter leben, aber weder ihr unberechenbarer Vater, noch ihr neuer Stiefvater wollen das zulassen. Als das willensstarke Mädchen 9 Jahre vollendet, im Iran für bestimmte Angelegenheiten als großjährig definiert, greift sie die Idee auf, ihr Begehren juristisch durchzusetzen. Sie will ihre Eltern in einem Sorgerechtsverfahren vor Gericht bringen. Sie möchte mit bestimmen, bei wem sie aufwachsen wird.

Ihre Tante und zugleich Regisseurin Atiye Zare Arandi begleitet die quirlige Melina auf dieser Reise und bietet einzigartige Einblicke in ihr Leben: wenn sie im Auto ihre Mutter nach Strich und Faden ausschimpft, ihren Vater am Telefon nervt, ihrem gutmütigen Großvater rote Fingernägel malt oder ihre immer reiferen Gedanken ihrem Videotagebuch anvertraut. Konflikte, Telefonate und Kinderspiele verflechten sich hinein in eine Realität der Erwachsenen, die sich doch als komplexer zeigt als erwartet. Und Melina muss nun Entscheidungen treffen, die nicht vor Gericht zu klären sind...

5 Internationale Filmpreise

18:00 Uhr l d.a.i.

Trailer


Cutting Through Rocks

Von Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Iran / D / USA / NL / Katar / Chile / Canada, 2025, 95 Min., Dokumentarfilm, OmeU

Einstimmung: Eine Frau hebelt ein quietschendes Eisentor auf und setzt immer wieder an, dieses zu justieren. Genauso entschlossen muss sie ihr Vorhaben angehen, und genauso sehr widersetzen sich ihr die Umstände; denn in ihrem Dörfchen im Nordwesten Irans entfesselt sie das Undenkbare: Sara Shahverdi – eine geschiedene, Motorrad fahrende Hebamme – wird als erste Iranierin für den Gemeinderat gewählt. Hartnäckig und nicht leicht einzuschüchtern, ist Sara entschlossen, das Leben ihrer Gemeinde zu verbessern, besonders für Frauen und Mädchen.

Doch gerade als deren Fürsprecherin stößt sie auf größten Widerstand. Sie will nichts weniger als alte patriarchale Traditionen brechen. Umwälzend und von den Männern kritisch beäugt ihre Strategie, den Dörflern nur dann beim Erwerb ihrer Haus- oder Landeigentumstitel zu helfen, wenn sie diese mit ihrer Frau teilen. Aber sie will auch Teenagerinnen zur Selbständigkeit motivieren, indem sie ihnen Motorradfahren beibringt und Kinderheirat verhindert. Als dabei Zweifel an ihren Absichten laut werden, muss sie eine erniedrigende Anhörung der islamischen Sittenwächter über sich ergehen lassen. Eine ultimative Herausforderung!

25 Internationale Filmpreise, u.a. Grand Jury Prize beim Sundance Filmfestival und Audience Award IDFA
Nominierung Bester Dokumentarfilm bei den Oscars im März 2026

20:30 Uhr l d.a.i.

Trailer


Zum Seitenanfang